Materialeffizienz mit chemischen Technologien

28.04.2010 - 16:00 Uhr bis 18:30 Uhr

Rückblick zur Veranstaltung

Chemische Produkte finden sich in fast allen Industriebereichen. Der Verbrauch von Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen für diese Produkte macht in diesem Industriebereich ungefähr ein Drittel der Kosten aus. Hinzu kommen Preiserhöhungen, Rohstoffknappheit sowie politische Unwägbarkeiten. Somit bietet das Thema Materialeffizienz den Herstellern und Anwendern chemischer Produkte große Chancen, sich im Sinne von Nachhaltigkeit und Green Economy für die Zukunft zu positionieren. Materialeffizienz beginnt jedoch nicht erst beim Herstellungsprozess sondern bereits bei der Entwicklung und Produktgestaltung. In der Entwicklungsphase lässt sich Materialeffizienz durch verschiedene Arbeitsrichtungen erreichen:

  • Materialsubstitution
  • Konstruktive Maßnahmen
  • Kreislaufwirtschaft
  • Verlängerung der Lebensdauer

Die TSB Innovationsagentur Berlin GmbH veranstaltete am 28. April 2010 ein Kooperationsforum zum Thema "Materialeffizienz mit chemischen Technologien". Das Forum fand im Rahmen des Projektes Wissens- und Technologietransfer (WTT) in Zusammenarbeit mit der Deutschen Materialeffizienzagentur (demea), regionalen Wissenschaftseinrichtungen sowie Unternehmen der Hauptstadtregion statt. Ziel der Veranstaltung war die Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Wirtschaft in diesem zukunftsweisenden Feld zu stärken.

Eröffnet wurde die Veranstaltung durch Nicolas Reinebeck von der TSB Innovationsagentur Berlin GmbH. Sein Kurzbeitrag gab  einen Überblick zur Kostenstruktur im Produzierenden Gewerbe sowie zu  aktuellen Entwicklungen an den Rohstoffmärkten anhand ausgewählter Industriemetalle und verdeutlichte die Relevanz des Themas.

Die demea fördert die Erkennung und Erschließung von Einsparpotentialen im Materialbereich durch einzelbetriebliche Beratungen und die Koordination von gemeinschaftlichen Materialeffizienznetzwerken. Studien wiesen darauf hin, dass bei den Materialkosten ein Einsparpotential von ca. 20 Prozent besteht, was bundesweit eine Summe von rund 100 Milliarden Euro ausmacht, so der Agenturleiter der demea, Herr Mario Schneider.

Dr. Mathias Hahn ist am Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung tätig und beschäftigt sich mit dem Einsatz von Polylactid und dessen Potentiale im Bereich technischer Kunststoffe. Polylactid, kurz PLA genannt, hat ähnliche mechanische Eigenschaften wie PET oder PP; es ist transparent, mit spezifischer Gasdurchlässigkeit, geringer Wärmeformbeständigkeit und vor allem biologisch abbaubar. Gerade deshalb eigne sich PLA für Neuentwicklungen zur Verpackung für Lebensmitteln sowie für den Einsatz in Textilfasern oder Spritzgussteilen für die Elektronik- und Automobilindustrie.

Die Convia GmbH entwickelt innovative Hard- und Softwarelösungen und hat sich auf die Bereiche Energie- und Prozessoptimierung spezialisiert. Hierbei ermöglichen insbesondere Ressourcen-Effizienz, Strombeschaffung, dezentrale Stromerzeugung sowie Steuer- und Abgabenoptimierung ein ganzheitliches Ressourcenmanagement. Dirk Müller und Ringo Grahl von der Convia GmbH betonten außerdem, dass die Convia GmbH mit neuen Projekten zunehmend auf dem Markt der Dünnschichttechnologie tätig ist und gute Ergebnisse mit integrierter Verkabelung und flexiblen Laminaten erzielt hat.

Als weiterer Unternehmensvertreter berichtete Professor Dr. Frank Mirtsch über hohe Ressourceneffizienz und Leichtbauprodukte mittels oberflächenschonender Technologien der Wölbstrukturierung. Der Einsatz von Wölbstrukturen ist vielfältig und sowohl bei Metallen und Kunststoffen als auch bei Papier oder Pappe möglich. Im Bereich Automobil- und Haustechnik, Hausfassaden oder im Einsatz für komplette Dachkonstruktionen konnte die Dr. Mirtsch GmbH mit ihrem Sitz in Stahnsdorf bereits verschiedene Projekte erfolgreich umsetzen und zeigte interessante  Ansätze für weitere Kooperationsmöglichkeiten.

Ende der Rückschau

Veranstaltungshinweis:

Am 28. April 2010 findet ein Experten- und Kooperationsforum zum Thema Materialeffizienz mit chemischen Technologien statt. Gemeinsam mit Ihnen möchten wir neue Trends, Anwendungsbereiche und Kooperationspotenziale auf diesem Gebiet beleuchten.

Chemische Produkte finden sich in fast allen Industriebereichen. Die Herstellung dieser Produkte ist sehr rohstoff-/ materialintensiv. Der Verbrauch von Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen (ohne Energie) macht in diesem Industriebereich ungefähr ein Drittel der Kosten aus. Hinzu kommen Preiserhöhungen oder Lieferausfälle durch Abhängigkeit von wenigen Anbietern, Rohstoffknappheit und politische Unwägbarkeiten. Somit bietet das Thema Materialeffizienz den Herstellern und Anwendern chemischer Produkte große Chancen, sich im Sinne von Nachhaltigkeit und Green Economy für die Zukunft zu positionieren.

Materialeffizienz beginnt jedoch nicht erst beim Herstellungsprozess sondern bereits bei der Entwicklung und Produktgestaltung. In der Entwicklungsphase lässt sich Materialeffizienz durch verschiedene Arbeitsrichtungen erreichen:

  • Materialsubstitution
    durch Ersatz knapper Werkstoffe durch geeignete Materialien, Alternativen für nicht erneuerbare bzw. nicht nachwachsende Rohstoffe, Austausch umweltschädlicher durch umweltverträgliche Rohstoffe
  • Konstruktive Maßnahmen
    durch Leichtbautechnik, Materialinnovationen, ressourcenschonendes Design und  Multifunktionalität
  • Kreislaufwirtschaft
    durch recyclinggerechtes Design von Produkten, Sortierung und Aufbereitung von sekundären Roh- und Brennstoffen für hochwertige Verwertungsmaßnahmen, Trennung und Rückgewinnung von Wertstoffen aus Abfällen und Reststoffen, Kaskadennutzung
  •  Verlängerung der Lebensdauer
    durch Oberflächenbehandlung (z.B. Nanotechnologie), Verbesserung der Nachrüstbarkeit technischer Produkte, Reparaturfreundlichkeit, modularen Aufbau uvm.

Auch Herstellungsprozesse sind durch Erhöhung der Rohstoffproduktivität in der Fertigung  materialeffizienter gestaltbar. Hierfür kann beispielsweise die Substitution von umweltbelastenden Betriebs- und Hilfsstoffen und Abfallreduzierung genutzt werden sowie der Einsatz moderner Mess-, Steuer- und Regeltechniken.

Das Expertenforum bietet Ihnen die Chance, sich über Kooperationspotenziale, aktuelle Entwicklungsrichtungen bzw. neuartige Anwendungen zu informieren. Das anschließende Get-together können Sie nutzen, um Kontakte für Verbundprojekte zu knüpfen.

Die Teilnahme am Expertenforum ist kostenfrei.

Die Positionierung von Informationsständen bzw. Posterpräsentationen kann mit uns abgestimmt werden.

Für Ihre Anmeldung nutzen Sie bitte den folgenden Link zur Online-Anmeldung oder das Faxformular aus unserem Downloadbereich weiter unten. Dort finden Sie auch das ausführliche Programm.

Preis: 0.00 €

Anmeldefrist 25.04.2010

Info
Ansprechpartner 
Nicolas Reinebeck
Anschrift 
Fasanenstraße 85
10623 Berlin
Telefon 
030/ 46302 500
Fax 
030/ 46302 444
E-Mail 
reinebeck@tsb-berlin.de
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